• Biogas - flexibel | vielseitig | nachhaltig

    Biogas garantiert nicht nur eine klimafreundliche und sichere Versorgung mit Strom, Wärme und Kraftstoff, sondern hilft dabei, auch unsere Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Dabei wird immer stärker im Einklang mit den umgebenden landwirtschaftlichen Prozessen sowie dem Natur- und Umweltschutz gewirtschaftet.

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  • Wie stark stehen die Bürger*innen hinter dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, welche Technologien würden sie selber nutzen oder tun dies bereits? Wo wünschen Sie sich mehr Entscheidungshilfen?


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  • iLUC - Indirekte Landnutzungsänderungen

    Obwohl Biokraftstoffe mehr als 90 Prozent der Erneuerbaren im europäischen Verkehrswesen ausmachen (2021), wird ihr Klimanutzen aufgrund eines angeblichen Effekts der indirekten Landnutzungsänderung (iLUC) bestritten. Das tatsächliche Ausmaß des iLUC-Effekts ist jedoch höchst umstritten. Mehr dazu in unserer englischsprachigen Animation.

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  • KOMM:MAG 2023

    Kommunale Akteure sind die Hauptdarsteller der Energiewende. Auf lokaler und regionaler Ebene finden aktuell und in Zukunft zentrale Maßnahmen zum Umbau des Energiesystems statt, so auch im Bereich Sektorenkopplung. Im diesjährigen KOMM:MAG informieren wir anhand kommunaler Best-Practice-Beispiele und eigener Projekte über den Einsatz klimafreundlichen Stroms für Wärme, Verkehr und Industrie.

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  • Stellenangebote

    In unserer neuen Rubrik gibt es ein vielfältiges Angebot aktueller Stellenanzeigen aus der Branche der Erneuerbaren Energien. Jetzt eine von etwa 387.700 Personen werden, die deutschlandweit durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien beschäftigt ist.

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Im Schatten gedeihen

Wie ein offenes Gewächshaus nutzt Landwirt Josef Kneer seine Photovoltaikanlage. Unter ihr gedeihen Himbeeren, Heidelbeeren und einige Apfelbäume an den Rändern. Die PV-Anlage spendet Schatten, schützt vor Hagel und verringert die Verdunstung des Wassers.

Der Generationenwechsel in einem landwirtschaftlichen Betrieb geht oft mit Veränderungen einher. Auch Junglandwirt Josef Kneer (31) aus Büren in Nordrhein-Westfalen hat sich die Frage gestellt, wie er den elterlichen Betrieb fit machen soll für die Zukunft. Die zunehmende Bodenerosion, die sich auf den Äckern bemerkbar macht – bedingt durch die Dürrejahre und den fehlenden Humus – haben ihn nachdenklich werden lassen.

Foto: AEEEr hat eine gute Weile den Markt beobachtet und geschaut, was moderne Verbraucher wünschen und sich auf die Produktion von Beeren verlegt, die auch als „Superfood“ beliebt sind. Mit dem Ziel, möglichst emissionsfrei zu wirtschaften, geht er hierbei neue Wege: Er hatte die Idee, die 4200 Quadratmeter große Anbaufläche mit einer Photovoltaik (PV)-Anlage mit 740 Kilowatt installierter Leistung zu überdachen. Das Ergebnis ist eine innovative Hybridanlage. Unter der Anlage gedeihen Himbeeren, Heidelbeeren und einige Apfelbäume an den Rändern. Die Funktion als offenes Gewächshaus könnte die PV-Anlage nicht besser erfüllen: Die bifacialen Module sind lichtdurchlässig, haben eine Neigung von 15 Grad und Ost-West-Ausrichtung. Ein kleiner Abstand zwischen den Modulreihen sorgt dafür, dass dennoch genügend Regenwasser auf den Acker gelangt.

Gleichzeitig sorgen die Module für eine ausreichende Verschattung der Früchte, schützen vor Sonnenbrand, bilden so das natürliche Dach des Waldes nach, unter dem Heidelbeeren in der Natur wachsen. Zudem vermindert die PV-Anlage die Verdunstung des Wassers, auch der Erosion wird so entgegengewirkt. Selbstverständlich schützen die Module auch vor zu viel Regen, damit einhergehender Fäule, und Hagel, dem schnell mal eine ganze Ernte zum Opfer fallen kann. Unterhalb der 3,20 m Durchfahrtshöhe sind die Abstände zwischen den Aufständerungen so groß, dass ein 200 PS starker Schlepper ohne Mühe hindurch kommt. Momentan werden die Beeren direkt an der Anlage vermarktet: Die Kunden kommen und pflücken selbst. Perspektivisch soll es aber auch einen Hofladen geben. Kneer, der demnächst Vater wird, wünscht sich einen Betrieb, der auch für die kommenden Generationen noch funktioniert.

Aktuell speist Kneer den gesamten Strom aus der PV-Anlage in das öffentliche Stromnetz ein und erhält dafür Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Künftig ist aber geplant, die Stallungen der 1500 Mastschweine damit zu versorgen und so die hohen Stromkosten für Licht, Lüftung und Mühle zu senken.

Die Doppelnutzung der Flächen für Ackerbau und Photovoltaik stellte den Landwirt jedoch vor ungeahnte Hürden. „Das Konzept Agri-Photovoltaik war so neu, dass es unklar war, wie es rechtlich einzuordnen ist“, erinnert sich Kneer an den Genehmigungsprozess. Denn eine normale Freiflächen-PV-Anlage dürfte dort gar nicht errichtet werden. Schließlich wurde das Vorhaben als Pilotprojekt eines Gewächshauses mit einer PV-Dachanlage genehmigt. „Für uns Landwirte verbindet Agri-PV mehrere Vorteile. Daher ist es wichtig, dass sich die zuständigen Behörden damit vertraut machen, um künftige Projekte nicht unnötig aufzuhalten“, so Kneer.