BNetzA veröffentlicht Monitoringbericht für das Jahr 2015

Die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt haben Ende November 2016 den Monitoringbericht über die Entwicklungen auf den deutschen Elektrizitäts- und Gasmärkten im Jahr 2015 veröffentlicht.

Zuwachs an Kraftwerksleistung

Der Bericht informiert u.a. über die Entwicklung des deutschen Kraftwerksparks: Demnach betrug die Stromerzeugungskapazität insgesamt 204,6 Gigawatt (GW) im Jahr 2015 (2014: 196,3 GW) – der Anteil konventioneller Kraftwerke war 106,7 GW groß, der von erneuerbaren Kapazitäten lag bei 97,9 GW. Der Zuwachs an Kraftwerksleistung ergab sich trotz einiger Kraftwerksstillegungen. Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, geht davon aus, dass Überkapazitäten konventioneller Kraftwerke zukünftig abgebaut werden könnten.

Stromerzeugung nimmt im Jahr 2015 zu

Die deutschlandweite Nettostromerzeugung lag im Jahr 2015 bei 594,7 Terawattstunden (TWh) und damit etwas höher als im Vorjahr (583,6 TWh im Jahr 2014). Die Stromerzeugung durch konventionelle Energieträger nahm gegenüber dem Vorjahr um 15 TWh ab (-3,5 Prozent). Am stärksten ging dabei die Stromerzeugung aus Kernkraft- und Steinkohlekraftwerken zurück. Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien ist gegenüber dem Jahr 2014 um 26 TWh gestiegen. Über 80 Prozent dieses Zuwachses ergäben sich aus Windenergie an Land (15 TWh) und Windenergie auf See (6,7 TWh).

Netzausbau: ÜNBs planen die Fertigstellung von 45 Prozent der ENLAG-Leitungen für 2017

Der Monitoringbericht informiert außerdem über den Netzausbau. Demnach seien von den insgesamt erforderlichen rund 1.800 Leitungskilometern nach Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) bislang rund 35 Prozent (650 Kilometer) realisiert, weitere 900 Kilometer seien genehmigt. Die Übertragungsnetzbetreiber rechneten mit der Fertigstellung von etwa 45 Prozent der EnLAG-Leitungen bis zum Jahr 2017. Zum Hintergrund: Zum ersten Mal war 2009 im EnLAG der vordringliche Ausbaubedarf des Übertragungsnetzes in einem Bedarfsplan gesetzlich festgeschrieben worden. Damals formulierte das Gesetzt das Ziel, die fehlenden Übertragungsleitungen bis zum Jahr 2015 fertigzustellen.

Redispatch steigt deutlich

Die Bundesnetzagentur verzeichnet einen stark steigenden Anteil von Redispatch-Maßnahmen. Sie beliefen sich im Jahr 2015 auf 15.811 Stunden (2014: 8.453 Stunden). An 331 Tagen des Jahres 2015 hatten die Übertragungsnetzbetreiber Redispatcheingriffe mit einem Gesamtvolumen von 16.000 GWh (2014: 5.197 GWh) vorgenommen. Die veranschlagten Kosten für Redispatch im Jahr 2015 wurden von den Übertragungsnetzbetreibern mit rund 412 Millionen Euro angeben. Übertragungsnetzbetreiber wenden Redispatchmaßnahmen an, wenn an einer bestimmten Stelle im Netz ein Engpass droht. Dann weisen sie Kraftwerke an, ihre Einspeisung zu drosseln.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.