Auf China entfallen 45 Prozent der globalen Erneuerbaren-Investitionen

Der neue globale Statusbericht des Netzwerks REN21 zu den Erneuerbaren Energien zeigt im Wesentlichen zwei Entwicklungen: Die erfreuliche ist, dass sich im Stromsektor ein schneller Wandel hin zu einem erneuerbaren Energiesystem abzeichnet, die weniger erbauliche ist, dass der Umbau der gesamten Energieversorgung bei Weitem nicht mit der Geschwindigkeit voranschreitet wie es für eine nachhaltige Entwicklung notwendig wäre.

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Stromsektor dominiert

Der Stromsektor zeichnet sich laut dem Bericht durch sinkende Kosten, steigende Investitionen, Rekordwerte beim Anlagenzubau und neue, innovative Geschäftsmodelle aus. Strom aus Photovoltaik- und Windenergieanlagen sei in vielen Teilen der Welt inzwischen kostengünstiger als die Erzeugung in fossilen oder nuklearen Kraftwerken. Demgegenüber bleibt die Entwicklung der Erneuerbaren Energien im Wärme-, Kälte und Mobilitätssektor deutlich hinter den Erfordernissen zurück. So hat der Anteil Erneuerbarer Energien im Verkehrssektor laut REN 21 erst 3,1 Prozent erreicht. Dabei stammen wiederum mehr als 90 Prozent aus flüssigen Biokraftstoffen.

Am meisten in den Ausbau Erneuerbarer Energien investierten 2017 China, die Vereinigten Staaten und Japan, gefolgt von Indien und Deutschland. Gemessen am Bruttosozialprodukt haben hingegen Länder wie die Marshall-Inseln, Ruanda oder Serbien die Nase vorn.

Allein auf China entfielen laut REN 21 rund 45 Prozent der globalen Gesamtinvestitionen in Erneuerbare Energien in Höhe von rund 280 Milliarden Dollar. Die weltweiten Investitionen legten weltweit damit gegenüber 2016 lediglich um 2 Prozent zu. Gleichzeitig konnten Investoren aber von einer Vergünstigung von Wind- und Solarenergieprojekten profitieren. Insgesamt wurde laut REN21 im vergangenen Jahr mehr als doppelt so viel Geld in Erneuerbare-Energien-Anlagen wie in neue Anlagen auf Basis von Atomkraft und fossile Energien investiert.

Indien macht Boden gut

China und die USA führen die Rangliste indes in den meisten Kategorien an, darunter bei der installierten Wind- und Photovoltaikleistung. Bei Bioenergie und Wasserkraft befindet sich auch Brasilien unter den Top 5, bei der Geothermie Indonesien, die Türkei und die Philippinen.

Abermals vor allem der Entwicklung in China geschuldet war es, dass Entwicklungs- und Schwellenländer 2017 mit einem Anteil von rund 63 Prozent das Gros der Gesamtinvestitionen in Erneuerbare Energien beisteuerten. In vielen Kategorien des Erneuerbaren-Ausbaus weit oben steht mittlerweile Indien. So belegte der Subkontinent beim Zubau an Photovoltaik- und Solarthermie-Leistung jeweils Platz drei. Beim Windkraftausbau erreichte Indien mit gut 4 Gigawatt Zubau im vergangenen Jahr den fünften Platz in der Länder-Rangskala.

Bildquelle Logo: www.ren21.net


- Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht. -


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