Strom-Netzentgelte steigen bundesweit um 10 Prozent / Staatlich garantierte Rendite könnte stärker gekürzt werden

netz_96Die Analyse der Netzentgelte 25 großer regionaler Netzbetreiber durch den Energieanbieter Lichtblick hat ergeben, dass zum Jahreswechsel die Gebühren für den Stromtransport um rund 10 Prozent steigen werden. Energiekunden zahlen über die Netzentgelte die Investitionen in Strom- und Gasnetze sowie eine staatlich garantierte Rendite auf diese Investitionen. Sie machen mehr als ein Viertel des Strompreises aus und sind damit der größte Kostenblock auf der Rechnung der Verbraucher.

Nach der LichtBlick-Analyse erhöhen 20 von 25 untersuchten Netzbetreibern zum 1. Januar 2017 ihre Gebühren. Besonders betroffen seien Haushalte in Bayern, Norddeutschland, im Rhein-Main-Gebiet und im Osten der Republik.

Zwar hat die Bundesnetzagentur im September 2016 eine Kürzung der Netzrenditen angekündigt, doch diese gelten erst ab der nächsten Regulierungsperiode, die für Stromnetzbetreiber im Jahr 2019 beginnt und für fünf Jahre dauert. Ab 2019 sollen Netzrenditen von derzeit 9,05 Prozent auf 6,91 Prozent für Neuanlagen und von 7,14 Prozent auf 5,12 Prozent für Altanlagen gelten. Der Energieanbieter Lichtblick hält diese Kürzung für zu gering. Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsniveaus seien die garantierten Renditen für die Netzbetreiber immer noch zu hoch – zu Lasten der Stromverbraucher.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.