Baake: "Investitionen in fossile Strukturen müssen zur Ausnahme werden"

rainer_baake_800_property_bmwiRainer Baake, Staatsekretär im Bundeswirtschaftsministerium, hat im Wochenmagazin DIE ZEIT einen Gastkommentar veröffentlicht, in dem er fordert, dass Investitionen in fossile Brennstoffe künftig unterbleiben sollen. Ausgangspunkt für den Beitrag ist der Klimagipfel in Paris Ende 2015 und das Ziel der Weltgemeinschaft, die globale Erwärmung deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Vor diesem Hintergrund sei ein wirtschaftlicher Paradigmenwechsel notwendig, so Baake. Demnach sollten Effizienz und Erneuerbare Energien von einer vorausschauenden Modernisierungspolitik zum neuen Investitionsstandard erklärt werden. Investitionen in fossile Strukturen müssten im Umkehrschluss zur Ausnahme werden. Interessant an der Argumentation ist, dass Baake den Paradigmenwechsel nicht nur für den Stromsektor, sondern ausdrücklich auch für die Bereiche Wärme und Verkehr fordert – allerdings erst ab 2030. Baake beschreibt, was der Paradigmenwechsel für den Verkehrssektor bedeuten würde:

„Wenn wir 2050 nicht immer noch mit Benzin und Diesel unterwegs sein wollen, muss die Umstellung der Antriebe von fossil auf erneuerbare bis 2030 erfolgt sein. Die Emissionen neu verkaufter Fahrzeuge müssen dann bei null liegen.“

Doch Baake nennt auch Ausnahmen: Der Paradigmenwechsel ließe sich nicht auf alle Bereiche anwenden, zum Beispiel nicht auf prozessbedingte Emissionen der Industrie oder die Methanemissionen der Landwirtschaft.

Sein Beitrag schließt mit der Forderung, Investitionen in Effizienz und Erneuerbare Energien müssten zum Standard werden, während Investitionen in fossile Strukturen zur vorübergehenden Ausnahme mit klar definierten Zeithorizonten werden müssten. So könne Deutschland einen nachhaltigen Wachstums- und Investitionspfad einschlagen. Das Festhalten an fossilen Investitionen berge dagegen für die Volkswirtschaft unkalkulierbare Risiken. 

Bildquelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.

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