Unerwartet große Nachfrage treibt Schrotpreise

ufop_logo_400x300Berlin, 31. März 2020. Die Corona-Krise veranlasste Anfang März viele Marktteilnehmer, zurückhaltend zu agieren und die weiteren Entwicklungen abzuwarten. Das änderte sich in den vergangenen zwei Wochen schlagartig.

Mit Blick auf die überraschend angeordneten Grenzschließungen und zwischenzeitlichen Diskussionen um die Verfügbarkeit von Transportkapazitäten orderten deutsche Viehhalter Mitte März große Mengen an Mischfutter. Die massiven Käufe befeuerten die Mischfutterherstellung und damit den Rohstoffbedarf der Produzenten und ließen die Nachfrage nach Proteinkomponenten regelrecht explodieren. Beim Sojaschrot kamen weitere preistreibende Einflüsse vom Weltmarkt dazu. Darunter der kräftige Anstieg der Kurse in Chicago, die in der 13. Kalenderwoche das höchste Niveau seit August 2018 erreichten.

Ein weiterer Faktor ist die geringere Sojaschrotproduktion in Argentinien, ausgelöst durch die Insolvenz einer großen Ölmühle. Die Ausbreitung der Corona-Pandemie und die Verhängung von Grenzschließungen in Argentinien und Brasilien bremsen Transporte und Verladungen in den Exporthäfen zusätzlich, obwohl der Warenverkehr die Grenzen eigentlich ungehindert passieren soll. Die Situation zeigt einmal mehr, dass die weltweite Logistikkette in Krisensituationen an ihre Grenzen gerät und dass die heimische Produktion von Eiweißkomponenten – etwa als Nebenprodukt der Biokraftstoffverarbeitung – einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Ernährungs- und Versorgungssicherheit in Deutschland leistet.

Zusammengefasst bedeutet dies für den deutschen Markt, dass die derzeit sehr lebhafte Nachfrage nach Sojaschrot auf ein unzureichendes Angebot trifft. Weitere Lieferengpässe sind möglich, sollte die Pandemie die Transportlogistik noch weiter einschränken. Genau dieser Gefahr wollen viele Viehhalter durch Vorratskäufe vorbeugen. Auch die Rapsschrotpreise ziehen dadurch nach oben, wenn auch in geringerem Umfang als die Notierungen für Sojaschrot.

Infolge der rasant gestiegenen Nachfrage sind die Preise für Sojaschrot seit Mitte März um durchschnittlich 19 % gestiegen. Rapsschrot legte im gleichen Zeitraum um 16 % zu.

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