Windbranche steht im Zentrum der neuen Energiewelt

BWE_logo_400x300Berlin, 7. August 2020 – Zum heute stattfindenden Onshore-Wind-Branchenforum „RostockWind 2020“ erklärt BWE-Präsident Hermann Albers:

„Dezentrale Erzeugungsstrukturen tragen die künftige Energiewirtschaft. Die Windenergie wird dabei bis 2050 zum Leistungsträger. Dann kann die Branche jährlich 960 TWh Strom liefern. Dafür wird es erforderlich sein, den Ausbau auf See zu beschleunigen und an Land zu dynamisieren, so dass in Nord- und Ostsee insgesamt 54 Gigawatt und an Land 198 Gigawatt installierte Leistung bereitstehen. Kein Bundesland darf sich aus der Energiewende ausklinken, denn CO2-freier Strom ist künftig der alles entscheidende Standortfaktor und wird die Basis unserer industriellen Wertschöpfung“ beschrieb Hermann Albers, Präsident Bundesverband WindEnergie, auf der RostockWind 2020 die energiepolitischen Ziele.

Im deutlich verkleinerten Rahmen traf sich die Windbranche heute im Nordosten der Bundesrepublik zu einer der wenigen Präsenzveranstaltungen im laufenden Jahr. Der BWE-Präsident begrüßte bei der Veranstaltung die Selbstkritik aus dem Bundeswirtschaftsministerium, welches zur Mitte der Woche Versäumnisse bei den klimapolitischen Weichenstellungen eingestanden hatte.

„Selbstkritik ist sicher dringend notwendig und in jedem Fall richtig. Denn die Koalition hat wichtige Teile des eigenen Koalitionsvertrags bisher nicht umgesetzt. Ein Zeit- und Mengengerüst, mit dem sich 65 Prozent Erneuerbare bis 2030 unter Einschluss des wachsenden Bedarfs aus Mobilität, Wärme und Industrie erreichen lassen, fehlt nach wie vor. Dabei ruft die Industrie bereits nach mehr CO2-freiem Strom. Der niedrige Zubau und die unzureichende Zahl von Genehmigungen reißen Lücken und provozieren eine Ökostromlücke. Es braucht jetzt mehr Erzeugung. Der technologische Mix aus Sonne, Wind, Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie verteilt im ganzen Land, durch Mittelstand, Bürgergemeinschaften und Stadtwerke getragen, die gleichzeitig den Wettbewerb um Innovationen treiben, braucht eine aktive Politik. Nicht die nächste, schon diese Bundesregierung ist gefordert. Worten müssen jetzt Taten folgen“, machte Hermann Albers deutlich.

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