Was bringt der Biokraftstoff E10?

E10 bezeichnet Benzin mit einem Anteil von 10 Prozent Biokraftstoff. Das „E“ steht hierbei für Bioethanol, das heute weltweit aus Getreide (vor allem Mais und Roggen),  Zuckerrüben und Zuckerrohr hergestellt wird. Grundsätzlich können aber auch alle anderen stärke- und zellulosehaltigen Pflanzen genutzt werden. Neu ist die Beimischung von pflanzlichen Kraftstoffen zum Mineralöl in Deutschland nicht: Bereits vor der Einführung von E10 betrug der Anteil von Bioethanol im Benzin an der Zapfsäule bis zu 5 Prozent (E5). Mit Erhöhung der Beimischung von fünf auf zehn Prozent seit Anfang des Jahres 2011 setzt die Bundesregierung EU-Vorgaben um. Hintergrund ist das Ziel, den Kohlendioxid-Ausstoß von Autos zu senken.

Die meisten Fahrzeuge vertragen E10 ohne jede Einschränkungen. Nur etwa 7 Prozent der Autos in Deutschland vertragen E10 nicht (Stand April 2011) - und da dies vor allem Altfahrzeuge sind, wird der Anteil der Autofahrer, die sich nicht für die klimafreundlichere Alternative zum klassischen Benzin entscheiden können, immer geringer. 

Deutsche Automobil Treuhand (DAT): E10-Verträglichkeit von Kraftfahrzeugen

Es gibt gute Gründe für Biokraftstoffe wie Bioethanol

  • AEE_Treibhausgasemissionen_Kraftstoffe_Antriebe_im_Vergleich_sep13_72dpiBiokraftstoffe wie Bioethanol reduzieren die Treibhausgas-Emissionen im Verkehrssektor. Die Bandbreite reicht dabei je nach Herstellung von einem Drittel bis hin zu über 100 Prozent weniger CO2 als von fossilen Kraftstoffen ausgestoßen wird. Für Bioethanol aus Deutschland werden bereits 50 bis 80 Prozent Treibhausgasreduktion erreicht, verpflichtend sind mindestens 35 Prozent.
  • Das in Deutschland verbrauchte Bioethanol stammt hauptsächlich aus heimischer Herstellung, nur rund ein Drittel wird importiert. Erzeuger und Händler von Bioethanol müssen nachweisen, dass die zur Erzeugung genutzten Rohstoffe nicht von Flächen mit hohem Naturschutzwert stammen – also auch nicht von gerodeten Regenwälder. 
  • Der Anbau von Biomasse zur Gewinnung von Biokraftstoffen muss keine Konkurrenz zur Futter- und Nahrungsmittelerzeugung sein. Rund 13 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Deutschland wurden 2013 für Bioenergie genutzt. Trotz des in Zukunft weiter steigenden Anteils wird die Selbstversorgung Deutschlands mit Nahrungsmitteln nicht gefährdet. Durch rückläufige Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln, den demographischen Wandel sowie höhere Erträge von den genutzten Flächen ist eine schrittweise Ausweitung des Energiepflanzenanbaus möglich. In Deutschland werden außerdem viele früher zwangsweise brach liegende Flächen jetzt für den Energiepflanzenanbau genutzt. Landwirte erhalten so ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein. Weltweit können weiterhin brach liegende, degradierte Flächen durch den Anbau von Energiepflanzen rekultiviert werden. Nur ein Bruchteil der weltweiten Agrarflächen wird für Biokraftstoffe genutzt. Sie können daher nicht alleine für Preisanstiege im Weltagrarhandel und die strukturellen Probleme der Landwirtschaft in vielen Entwicklungsländern verantwortlich gemacht werden. "Teller und Tank" sind möglich.
  • Der Anbau von Biomasse für die Biokraftstoffindustrie liefert wertvolle Koppelprodukte für die Futtermittelindustrie: Werden die Koppelprodukte, die durch die Verarbeitung von Biomasse zu Biokraftstoffen entstehen, in der Futtermittel- und Energieproduktion verwendet, so relativiert sich die Inanspruchnahme von Flächen für die Biokraftstoffproduktion . Bei der Bioethanolproduktion entsteht zum Beispiel das Produkt Trockenschlempe (Dried Distillers Grains with Solubles, DDGS), welches als eiweißreiches Kraftfutter verwendet wird. Somit konnten 2010 mit Hilfe der deutschen Bioethanolproduktion indirekt Sojamittelimporte in Höhe von rund 0,4 Mio. t eingespart werden. Zum Anbau von Soja wird in den Tropen häufig Regenwald abgeholzt.
  • Bioethanol kann außerdem einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Abhängigkeit vom Erdöl zu reduzieren. Deutschland ist zu 97 Prozent auf Erdölimporte angewiesen, fast die Hälfte der deutschen Importe stammt aus Regionen, deren Risiken für politische Instabilität als hoch eingestuft werden. Durch die verstärkte Nutzung von Biokraftstoffen kann diese Abhängigkeit reduziert werden.