Optionen für den klimaneutralen Verkehr bis 2050

Sommerzeit ist Reisezeit: Nach den Erwartungen der Tourismusbranche reisen die Deutschen 2015 so viel wie nie zuvor. Staus auf den Autobahnen und Hochbetrieb auf den Flughäfen haben jedoch negative Folgen für das Klima. Rund 20 Prozent der energiebedingten Treibhausgase in Deutschland stammen aus dem Verkehr. Doch es könnte auch anders gehen: Wie der Weg zu einem klimafreundlichen Verkehrssektor aussehen kann, beschreibt die Studie „Postfossile Energieversorgungsoptionen für einen treibhausgasneutralen Verkehr im Jahr 2050: Eine verkehrsträgerübergreifende Bewertung“, die das Umweltbundesamt zusammen mit den Instituten INFRAS und Quantis vor kurzem veröffentlicht hat. Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse, ihrer Methodik und zentralen Annahmen hat die Agentur für Erneuerbare Energien jetzt im Forschungsradar Energiewende veröffentlicht.

Die Studie zeigt, welche Energieversorgungsoptionen (Kombination aus Antriebssystemen und Kraftstoffen) den Verkehr in Deutschland bis zum Jahr 2050 treibhausgasneutral machen könnten. Auf Basis bestehender Forschungsarbeiten und Studienergebnisse bietet die Studie einen systematischen Überblick über die verschiedenen nicht-fossilen Energieträger, Antriebstechniken und Verkehrsträger. Die Autoren bewerten die verschiedenen Energieversorgungsoptionen anhand ihres Beitrags zur Treibhausgasminderung und weiterer ökologischer, ökonomischer, technischer, infrastruktureller sowie systemischer Aspekte.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, die direkte Nutzung von Strom als Antriebsenergie im Fahrzeug sei am effizientesten, ökologischsten und meistens auch ökonomischsten. Allerdings sei das nicht immer möglich, vor allem nicht bei Flugzeugen und Seeschiffen im internationalen bzw. Langstreckenverkehr. Für diese beiden Verkehrsformen würden weiterhin flüssige Kraftstoffe benötigt. Aufgrund des begrenzten Biokraftstoffpotenzials sei die Einführung von mittels Strom erzeugten Kraftstoffen (Power-to-Gas, Power-to-Liquid) zwingend erforderlich.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.