"Erneuerbares" Bier

Die Brauerei Härle im württembergischen Allgäu wird von Gottfried Härle bereits in der vierten Generation geführt. Im Brauhaus an der Eschach begann man bereits Anfang der 90er-Jahre auf Umweltschutz zu achten. Als erste deutsche Brauerei produziert Härle heute klimaneutral.

Brauerei_Haerle_SolarbierIm Städtchen Leutkirch im Allgäu befindet sich eine ganz besondere Brauerei. Um das Bier zu den Verbrauchern, örtlichen Gaststätten und Händlern zu bringen, unterhält die Brauerei einen Fuhrpark von insgesamt 16 Fahrzeugen. Diese fahren mit heimischem Biodiesel. Daneben stehen auch die Einsparung und der effiziente Umgang mit den natürlichen Ressourcen auf der Agenda der Brauerei.

So wurde der Wasserverbrauch in der Brauerei auf ein Minimum reduziert. Durch Effizienzmaßnahmen wurde der für das Sieden notwendige Energiebedarf um 20 Prozent reduziert. Da trotz Einsparungen und Effizienz immer noch Energie benötigt wird, hat die Brauerei die Energieversorgung der Gebäude und der Produktion selbst in die Hand genommen.

Hopfen, Raps und Sonnenschein

Zunächst wurde die Wärmeversorgung von Heizöl auf Holzhackschnitzel umgestellt. Mittlerweile wird der gesamte Wärmehaushalt der Brauerei, einer anliegenden Gaststätte und von vier Wohnhäusern über ein Nahwärmenetz bereitgestellt. Die 2008 gebaute Anlage mit einer Leistung von knapp 800 Kilowatt ersetzt die vorherige Ölheizung und spart jährlich 120.000 Liter Heizöl. Der Strom für die Bierproduktion wird zu einem Teil von drei eigenen Photovoltaikanlagen produziert. Statt Kohle und Gas sorgt nun die Sonne für die notwendige Energie. Damit wird nicht nur das Klima geschützt: Die Brauerei macht sich durch die Selbstversorgung auch unabhängig.  

 Im Allgäu ist's möglich, die Energiewende und Bier zu vereinen...

Stetige Versorgung garantiert

Damit auch eine stetige Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen garantiert ist, bezieht das Gelände der Brauerei Härle zusätzlich Strom von einem Ökostromanbieter. Mit dem Ansatz, regional, nachhaltig und regenerativ zu produzieren, hat man in Leutkirch den Nerv der Zeit getroffen.

Obwohl der Bierabsatz in Deutschland seit 1999 um 8,5 Prozent gesunken ist, hat die Brauerei den Bierausstoß um 15 Prozent steigern können. Die Brauerei hat für das Konzept schon verschiedene Auszeichnungen erhalten.

Dieser Artikel erschien erstmals im KOMM:MAG 2012/13