EU importiert trotz kleinerer Ernte weniger Raps

Berlin, 11. November 2020 - Obwohl die diesjährige Rapsernte kleiner ausgefallen ist als im Vorjahr, hat die EU-27+VK bisher weniger Raps eingeführt.

Die EU-27+VK hat in den ersten vier Monaten der Saison 2020/21 rund 2,1 Mio. t Raps importiert. Dies entspricht einem Rückgang von 24 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, ist aber etwa 34 % mehr als 2018/19. Diese Schwankungen sind auf die jeweiligen Rapsernten zurückzuführen. Im Wirtschaftsjahr 2019/20 wurden in der EU-27+VK knapp 15 % weniger Raps gedroschen als 2018/19. Um den europäischen Verbrauch trotz der kleinen Ernte decken zu können, mussten 2019/20 größere Mengen aus Drittstaaten eingeführt werden als im Vorjahr.

Im laufenden Wirtschaftsjahr sieht die Situation nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) etwas anders aus. Zwar ist die Erntemenge 2020 der EU-27+VK gegenüber dem Vorjahr nochmals leicht zurückgegangen (-1 %), die Importe fallen bisher aber kleiner aus als im Vorjahr. Das könnte mit dem rückläufigen Rapsölbedarf für die Biodieselherstellung in Zusammenhang stehen.

Neben der insgesamt kleineren Importmenge gibt es deutliche Verschiebungen bei den Handelsströmen. Zwar stammte ein Großteil der Importe in diesem Wirtschaftsjahr wie im Vorjahr aus der Ukraine, die Einfuhren haben sich aber um 33 % verringert. Diese Entwicklung ist auf deutliche Ernterückgänge und ein geringeres Angebot aus der Ukraine zurückzuführen. Die Lücke wird teilweise durch kanadische Ware gefüllt. Von dort kamen im bisherigen Verlauf des Wirtschaftsjahres rund 36 % mehr als 2019/20.

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Stephan Arens
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