FAO-Pflanzenölindex auf 11-Jahrestief

ufop_logo_400x300Berlin, 7. Mai 2019. Der globale Preisindex für Pflanzenöle ist im März unter Druck geraten. Mit 128 Punkten sank der Index um 4,4 % und erreichte den zweitniedrigsten Stand in 11 Jahren. Im Durchschnitt des gesamten Jahres 2018 lag der Pflanzenölindex noch bei 144 Punkten.

Die sehr gute Marktversorgung mit Palmöl bei gleichzeitig stagnierender weltweiter Nachfrage ließ die Lagerbestände in Malaysia und Indonesien, den beiden wichtigsten Erzeugerländern, ansteigen. Dies sorgt im Vergleich zum Vormonat für schwächere Preise, auch für Soja- und Rapsöl. Palmöl konnte damit den im Dezember begonnenen Kursauftrieb nicht fortsetzen. Im März 2019 gab auch Sojaöl nach, da profitable Margen für Sojasachrot die Verarbeitung in den USA vorantrieben und damit ein Überangebot an Sojaöl erzeugten. Auch die Rapsölpreise sind deutlich gesunken, was laut FAO den unerwartet hohen Vorräten in Kanada sowie den guten Ernteaussichten für Raps in der Schwarzmeerregion zuzuschreiben ist. Über allem steht aber der Preisdruck im Palmölmarkt.

Die Entwicklung der Nachfrage für Biokraftstoffe aus Pflanzenölen bestimmt nach Auffassung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) maßgeblich die weitere Preisentwicklung. Infolge der Förderung von Biokraftstoffen aus Abfallölen und -fetten durch Doppelanrechnung oder Besserstellung in der Treibhausgas-Minderungseffizienz für die Quotenanrechnung werden Abfallöle derzeit als Biodiesel-Rohstoff bevorzugt. Damit verdrängen sie Biodiesel aus Pflanzenöl. Dies löst in einem Markt, der für Biodiesel durch die Kraftstoffnorm auf eine Beimischung von maximal 7 Volumenprozent „gedeckelt“ ist, einen entsprechenden Preisdruck aus. Dieser Effekt ist nicht nur in Deutschland, sondern auch international zu beobachten und ist eine weitere Erklärung für das 11-Jahrestief, so die UFOP. Abfallöle und -fette werden inzwischen global gehandelt. Wichtigster Exporteur in die EU ist China.

Auch der Getreidepreisindex ist im März unter Druck geraten, wobei der Rückgang bei den Weizenpreisen am stärksten ausfiel. Laut FAO war das weltweit große Exportangebot bei gleichzeitig gebremster Nachfrage, insbesondere nach US-Weizen, dafür ausschlaggebend. Zudem belasten die durchweg positiven Prognosen für die Ernte 2019 die Notierungen. Auch die Maiskurse gerieten durch ein reichliches Exportangebot und die hohe Ernteschätzung für Argentinien unter Druck. Gebremst wurde der Rückgang des FAO-Index von den etwas festeren Reisnotierungen. Im Durchschnitt des gesamten Jahres 2018 lag der Getreideindex bei 165,3 Punkten.

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