Endlagersuche für Atommüll behindert Wärmewende

teaser_atomfeasserMit der am 23. März vom Bundestag verabschiedeten Neufassung des „Standortauswahlgesetzes“ soll in Deutschland bis 2031 ein Endlager für den gefährlichen Müll der deutschen Atomkraft gefunden sein. Selbst nach dem auf 2022 fixierten Ende der Atomstromproduktion schadet die Nukleartechnologie aber voraussichtlich noch den Erneuerbaren Energien: Denn wegen der „weißen Landkarte“ bei der Endlagersuche, von der das nun verabschiedete Gesetz ausgeht, sind Einschränkungen für die Geothermie zu befürchten, wie Daniel Wetzel in einem Beitrag für die Tageszeitung die Welt ausführt. Wo mögliche Endlagerstandorte liegen – das sind laut dem Gesetz Gegenden mit Tonstein- oder kristallinen Gesteinsformationen ebenso wie Salzstöcke, hat die Suche nach dem Atomlager nämlich Vorfahrt. Nun drohe beim Ausstieg aus einer überkommenen und gefährlichen Technologie ausgerechnet die Geothermie als zukunftsfähiger Garant einer umweltfreundlichen Energieversorgung zum Kollateralschaden zu werden, zitiert Wetzel den Bundesverband Geothermie. Es würden auch Bohrarbeiten für Erdwärmeprojekte in Nord- und Mitteldeutschland großflächig ausgeschlossen. Bohrungen bis 200 Meter – diese sind für die oberflächennahe Geothermie interessant – sind zwar nicht grundsätzlich verboten, die Behörden haben hier jedoch acht Wochen Zeit zur Stellungnahme, bevor ein Projekt genehmigt werden kann.

Mit dem Gesetz zur Endlagersuche hat der Bundestag dem teuren Ende der Atomkraft einen weiteren Mosaikstein hinzugefügt. Wie die vdi-Nachrichten unter Berufung auf Agenturangaben ausführen, hat sich die Bundesregierung mit den vier Betreiberkonzernen der Atommeiler zudem auf einen Pakt geeinigt, der die milliardenschwere End- und Zwischenlagerung abdecken soll. Gleichzeitig halten einzelne Unternehmen an Klagen gegen den Atomausstieg fest. Laut einer Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft belief sich die staatliche Förderung für die Atomenergie allein von 1970 bis 2014 auf rund 219 Mrd. Euro.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.