Die Auswirkungen des Klimawandels

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Mit dem UN-Klimaschutzabkommen von Paris bekennt sich die Weltgemeinschaft völkerrechtlich verbindlich zu dem Ziel, die Erderwärmung auf „deutlich unter“ zwei Grad Celsius zu begrenzen. Zudem sollen Anstrengungen unternommen werden, sie auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. In Paris hat die Staatengemeinschaft die Gefahr des Klimawandels anerkannt und sich zum Handeln bereit erklärt. Als Frankreichs Außenminister Laurent Fabius am 12. Dezember 2015 diese Ziele besiegelte, gab es Jubel, Tränen und stehende Ovationen. Denn von nun an setzen sich alle Länder dieser Welt gemeinsam dafür ein, den Planeten zu retten.

Aber braucht der Planet eigentlich Rettung? Nach dem Lesen eines Focus-Artikels über den „Gipfel des Klimawahns“ könnten Zweifel aufkommen. Der Focus berichtet, ein Wissenschaftler der Universität Sussex habe auf der Basis von 22 Studien analysiert, dass bei einer globalen Erderwärmung von bis zu 1,7 Grad Celsius die Vorteile für Mensch und das Ökosystem Erde überwiegten. In Deutschland könnte man jetzt schon den Nutzen des Klimawandels wahrnehmen, zitiert der Bericht den Geoarchäologen Stefan Kröpelin von der Universität Köln: Deutsche Verbraucher profitierten von weniger Heizkosten und deutsche Gärtner erfreuten sich an mediterrane Pflanzen im eigenen Refugium. Ja, wenn das kein Grund zur Freude ist! Das sind ja fast maledivische Verhältnisse, auf die sich dann ja auch Klimaflüchtlinge einstellen können, wenn sie ihre vom Meeresspiegelanstieg bedrohten Heimaten verlassen müssen. Und der Bericht kennt noch weitere Vorteile von Kohlendioxid in der Atmosphäre, um am Ende mit dem Besten abzuschließen: Reiche und entwickelte Länder wie Deutschland könnten künftigen Klimafolgen eh besser trotzen als arme Länder. Ah, ja. Noch Fragen?

Im Kern ist der Bericht vor allem eine Collage von kritischen Stimmen gegen den „Alarmismus bei Klimaforschern“. Befeuert würde der „Umerziehungseifer der Klimaideologen“ von Deutschland und speziell von Potsdam aus. O-Ton-Geber Kröpelin wird zitiert mit den Worten: „Ich wünschte mir oft mehr wissenschaftlich geboten Selbstskepsis statt Dogmatismus“. Ein Klimaforscher aus Potsdam oder ein Vertreter des IPCC kommen bei aller Kritik an Computerprognosen zur Klimaentwicklung, die jederzeit durch die Wirklichkeit widerlegt werden könnten, allerdings nicht zu Wort. Mit Bezug auf Kröpelin wünscht sich daher unsere Redaktion, dass Beiträge von mehr als 8.500 Zeichen Länge in deutschen Medien noch stärker den journalistischen Grundsätzen folgten und spätestens ab 2016 mehr journalistisch geboten Ausgewogenheit beim Einholen von Zitaten an den Tag legten.

Wir wünschen allen Kurzschluss-Lesern besinnliche Weihnachtsfeiertage und ein erfolgreiches Jahr 2016!

Der monatliche Kurzschluss erscheint im Renews, dem montlichen Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien. Er behandelt stets ein Thema der aktuellen energiepolitischen Debatte - mit Augenzwinkern.

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