Bundeskabinett für Erdverkabelung von neuen Gleichstromleitungen

rt_waermeAnfang Oktober 2015 hat das Bundeskabinett beschlossen, dass neue Gleichstromvorhaben vorrangig als Erdkabel statt Freileitung gebaut werden. Der Vorrang betrifft v. a. die großen Nord-Süd-Trassen wie SuedLink oder die Gleichstrompassage Süd-Ost. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erhofft sich von der Entscheidung für Erdkabel mehr Akzeptanz für den notwendigen Netzausbau.

Mit dem Beschluss komme die Regierung dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) entgegen, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Aufgrund von Protesten bayerischer Bürger gegen neue Stromleitungen hatte der bayerischen Ministerpräsident seit Monaten Druck in Berlin ausgeübt.

Die Entscheidung für Erdkabel werde die Stromkunden laut Spiegel Online teuer zu stehen kommen – mit bis zu acht Milliarden Euro sei zu rechnen, die private Stromkunden und die Industrie über höhere Netzentgelte bezahlen werden. Die Süddeutsche Zeitung rechnet vor, ein Durchschnittshaushalt müsse nun mit bis zu zehn Euro Mehrkosten pro Jahr rechnen. Ein typischer Industriebetrieb müsse bis zu 160 000 und eine Gewerbefirma bis zu 11 000 Euro mehr aufbringen. Weitere Kosten könnten entstehen, wenn Landbesitzer mit ihren Forderungen nach höherer Entschädigung für ihre Grundstücke durchkommen. Die Wirtschaftswoche konzentriert sich in ihrer Berichterstattung auf drohende Verzögerungen durch die Entscheidung, vor denen die Netzbetreiber warnten.

Bildquelle:  By Fernost (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.