Weltweit großes Interesse an energetischer Verwertung von Bioabfällen

Logo_Fachverband_Biogas_400x300München. Am heutigen Montag den 14. Mai beginnt in München die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall und Rohstoffwirtschaft, die IFAT 2018. Von den gut 3.100 Ausstellern präsentieren über 200 Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Biogasanlagen, Substrat- und Gasaufbereitung, Gasverwertung oder Gärrestbehandlung.

Die energetische Verwertung von biogenen Abfällen gewinnt weltweit zunehmend an Bedeutung. Klimafreundlich Strom, Wärme und Kraftstoff erzeugen und gleichzeitig Reststoffe entsorgen – das ist sowohl in Entwicklungs- und Schwellenländern als auch für Industrienationen eine interessante Option.

Die Europäische Kommission beziffert das Treibhausgas(THG)-Einsparpotenzial von Bioabfall, das als Biogassubstrat genutzt werden kann, allein im politischen Europa (28 Länder) auf knapp fünf Millionen Tonnen jährlich. Die auf Basis der Erneuerbare-Energien-Richtlinie erfolgten Berechnungen gehen dabei von einer Substitution fossiler Kraftstoffe durch klimafreundliches Biomethan aus. Bei konsequenter Sammlung und energetischer Verwertung könnte sich dieser Wert unter entsprechenden Rahmenbedingungen schon bis 2020 mehr als vervierfachen - auf dann 21,6 Millionen Tonnen THG-Einsparung.

„Die Ifat repräsentiert die beiden Zukunftsmärkte der Biogasnutzung: Die Vergärung biogener Abfälle und das stark gestiegene internationale Interesse an der Biogastechnologie“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Claudius da Costa Gomez. Sowohl für den Verband als auch für seine Mitgliedsfirmen spielt das Auslandsgeschäft eine immer größere Rolle. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachverbandes halten Vorträge von Serbien über Thailand bis Chile; und wir haben Besuchergruppen aus Südafrika, China, Ägypten oder der Ukraine“, berichtet da Costa Gomez. Neben dem energetischen Aspekt gewinnt dabei das Nährstoffmanagement durch Biogasanlagen weltweit spürbar an Bedeutung. Auch für die Ifat haben sich zahlreiche Delegationen aus der ganzen Welt beim Fachverband Biogas angekündigt.

Der Verband ist mit einem Gemeinschaftstand in Halle A4 (Stand 415/514) vertreten. Neben sieben Mitgliedsfirmen stellt sich hier auch der indische Biogasverband IBA (Indian Biogas Association) den Messebesuchern vor. Seit knapp drei Jahren kooperieren der indische Verband und der Fachverband Biogas im Rahmen einer Kammer- und Verbändepartnerschaft.

„Grundsätzlich freut uns als Europas größter Biogasverband natürlich das weltweit steigende Interesse an der Biogasnutzung“, betont da Costa Gomez. „Allerdings brauchen wir parallel dazu einen stabilen und zukunftsträchtigen heimischen Markt, um die Forschung und Entwicklung voranzubringen.“ Hier aber tut sich aktuell wenig. Außer bei Güllekleinanlagen und Abfallvergärungsanlagen ist der Neubau seit 2017 nahezu zum Erliegen gekommen.

Da Costa Gomez fordert daher ein klares Bekenntnis der deutschen Politik zum regenerativen Energieträger Biogas sowie stabile und langfristige Rahmenbedingungen, um den heimischen Markt zu stärken und damit das wichtige Auslandsgeschäft zu ermöglichen.

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