EEG-Umlage 2016 steigt auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde

Nach Berechnungen der Übertragungsnetzbetreiber und Festlegung der Bundesnetzagentur beträgt die EEG-Umlage 6,354 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2016. Die EEG-Umlage ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegt und ist eine Komponente des Strompreises. Wer Ökostrom produziert, bekommt eine gesetzlich festgelegte Vergütung – die Differenz zwischen Börsenerlös und Vergütung wird über die EEG-Umlage ausgeglichen. Mit der Umlage zahlen Stromkunden allerdings nicht nur die Förderung von Erneuerbare-Energien-Stromanlagen, sondern u.a. auch, dass energieintensiven Industrieunternehmen von diesen Zahlungen (teil-)befreit sind.

Entwicklung der EEG-Umlage und der Förderung von Stromerzeugungsanlagen

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Zwischen 2000 und 2009 entwickelte sich die EEG-Umlage entsprechend der Erlöse der EEG-Anlagenbetreiber. Seit Inkrafttreten des neuen Wälzungsmechanismuses zum 1. Januar 2010 wird der EEG-Strom an der Strombörse vermarktet. Allerdings sorgen die wachsenden Strommengen aus Erneuerbaren Energien für fallende Handelspreise an der Strombörse. In der Folge steigt die EEG-Umlage. Hinzu kommen weitere Faktoren wie etwa die Besondere Ausgleichsregelung, die Großverbrauchern die EEG-Umlage weitgehend erlässt. So steigt die EEG-Umlage für Haushaltsstromkunden zusätzlich, da sie einen größeren Anteil davon schultern müssen. Aus der Entwicklung der EEG-Umlage kann also nicht direkt auf den Umfang der Förderung für Erneuerbare Energien geschlossen werden.

Reaktionen auf EEG-Umlage 2016

Im Vergleich zum Jahr 2015 wird die Umlage im nächsten Jahr um drei Prozent ansteigen. Dennoch erkennt die Bundesnetzagentur in dieser Entwicklung eine Stabilisierung der EEG-Umlage. BDI-Präsident Ulrich Grillo hingegen spricht von einer Umlage auf Rekordhöhe, die einen klaren Wettbewerbsnachteil für deutsche Unternehmen darstelle. Allerdings verweist der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) in seiner Stellungnahme zur EEG-Umlage 2016 darauf, dass der Preis an der Börse, an der viele Industrieunternehmen ihren Strom beschaffen, stetig sinkt: Im Zeitraum 2014 bis 2016 seien die Börsenstrompreise am Spotmarkt um 18 Prozent und die Preise am Terminmarkt um 25 Prozent gefallen. In diesen niedrigen Preisen sieht der BEE auch die Ursache für die aktuelle Anhebung der EEG-Umlage. Würden sie allerdings vom Stromvertrieb an die Kunden weitergegen werden, könnten auch die Haushaltstromkunden mit sinkenden Preisen rechnen. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände (vzbv) sieht als Grund für den Anstieg den massiven Zuwachs an teuren Offshore-Windanlagen. Der vzbv kritisiert, dass die Bundesregierung immer noch am Ausbau der Seewindparks im großen Stil festhalte, obwohl die Energiewende an Land deutlich günstiger sei.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.