Strompreis: Große Unterschiede zwischen Haushalten und Industrie

Während der Strompreis für private Haushalte seit 2008 um 38 Prozent gestiegen ist, ist er für die energieintensive Industrie um ein Prozent gefallen – auch wegen Rabatten bei der EEG-Umlage. Das ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der bündnisgrünen Bundestagsfraktion, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt.

Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Rainer Sontowski, führt in der Antwort Zahlen auf, die zeigen, dass sich die Strompreise für Industrie und Haushaltskunden in den vergangenen Jahren höchst unterschiedlich entwickelt haben: Seit 2008 sei der Börsenstrompreis um rund fünf Cent je Kilowattstunde, also um fast die Hälfte, gefallen. Ursachen dafür seien die Einspeisung von Ökostrom und niedrige Preise für Emissionszertifikate, wodurch sich vor allem die Stromerzeugung aus Braunkohle verbilligt. Diejenigen, die wie Industrieunternehmen oder Stromhändler an der Börse direkt Strom einkaufen, profitieren von diesem Effekt. Für die energieintensive Industrie gelten außerdem noch umfassende Entlastungen bei der Zahlung der EEG-Umlage.

Haushaltskunden haben dagegen das Nachsehen: Die dpa-Meldung führt an, Verbraucherschützer wiesen darauf hin, dass der gesunkene Börsenpreis oft nur unzureichend an die Stromkunden weitergegeben würden. Gleichzeitig würden Verbraucher aber durch die Ökostrom-Förderung, gestiegene Netzkosten sowie die oben genannten Industrierabatte belastet werden.