"Langfristig wird die Energiewende nicht aufzuhalten sein."

Anlässlich der Veröffentlichung ihres neuen Buches, sprach Zeit Online mit der DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert über die deutsche Energiewende. Kemfert spricht relevante Aspekte der energiepolitischen Diskussion an: unflexible Kohlekraftwerken, die die Netze verstopfen, die Notwendigkeit und Grenzen des Netzausbaus, die wieder zunehmende Skepsis gegenüber dem Klimawandel, die fehlende Verkehrswende und das Potenzial Erneuerbarer Energie. Hier eine Auswahl von Zitaten:

Konventionelle Industrie als Hemmschuh

Zu behaupten, der Strom sei wegen der Energiewende so teuer, ist ein reines Ablenkungsmanöver. Fakt ist: Die Erneuerbaren werden immer billiger, denn die Kosten von Wind- oder Solarstrom sinken kontinuierlich. Aber weil in Deutschland immer noch so viele alte Kohle- und Atomkraftwerke am Netz sind, wird hierzulande viel zu viel Strom produziert. Das Überangebot lässt den Strompreis an der Börse stark sinken [und das lässt die den Preis für die privaten Endverbraucher in die Höhe steigen].

Die Energiewende ist nicht wegen der Erneuerbaren teuer, sondern weil wir viel zu lange an der alten Infrastruktur festhalten.

Die fossile Industrie kämpft hart um ihre Pfründe – was dazu führt, dass man noch länger an überholten Strukturen festhält und das Ganze dadurch noch teurer wird.

Wer heute unbedingt noch Schreibmaschinen produzieren will, hat die Uhr nicht schlagen gehört!

Die Perspektive der Energiewende

Langfristig wird die Energiewende nicht aufzuhalten sein.

Die Verkehrswende kommt nicht ins Rollen

Derzeit erhebt der Staat auf den Liter Diesel 18 Cent weniger Steuern als auf Superbenzin. Würde man diese Subvention streichen, brächte das dem Staat mehr als sieben Milliarden Euro jährlich ein, die er einsetzen könnte, um alternative Kraftstoffe oder Verkehrskonzepte zu fördern. Und gerade in Zeiten des niedrigen Ölpreises könnte man eine dynamische Steuer auf fossile Kraftstoffe, Erdgas und Heizöl erheben.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.