Steigende Palmölimporte: Französischer Bauernverband kündigt Sperrungen der Erdölraffinerien in ganz Frankreich an

ufop_logo_400x300Wie die französische Tageszeitung „Le Figaro“ mitteilt, soll die Protestaktion am 10. Juni beginnen und alle Raffineriestandorte betreffen. Die FNSEA erwartet, dass Mineralölkonzern Total in der Raffinerie in La Mède (Bouches-du-Rhône) infolge der kürzlich von der französischen Regierung erteilten Genehmigung auch 400.000 t Palmöl verarbeiten wird. Entsprechend reduziert sich der Bedarf an heimisch erzeugtem Raps bzw. Rapsöl. Die FNSEA beklagt die inkohärente Politik der französischen Regierung beim Thema Palmöl.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) nimmt diese Aktion zum Anlass, an das bereits im Dezember 2016 von der UFOP geforderte Ende der Quotenanrechnung von Biokraftstoffen aus Palmöl in der EU, zu erinnern. Die EU-Kommission stellte zu diesem Zeitpunkt ihre Vorschläge zur Neufassung der Erneuerbare Energien-Richtlinie (RED II) vor. Auch die UFOP beklagt den unzureichenden Willen der Mitgliedsländer, der Forderung des Europäischen Parlamentes für einen Ausschluss von Palmöl zu folgen. Dieser Ausschluss müsse nach Auffassung der UFOP solange bestehen bleiben, bis eine globale iLUC-Berichterstattung geschaffen und die Frage der Urwaldrodung durch geeignete politische Maßnahmen gelöst ist.

Es dürfe nicht sein, dass die Rapserzeuger in Deutschland und der EU-28 für das Palmölproblem bestraft und die Vorteile des Rapsanbaus in Fruchtfolgesystemen und bei der Produktion von gentechnikfreiem Rapsschrot nicht angemessen berücksichtigt würden, unterstreicht die Union. Die UFOP erinnert mit Blick auf die im Juni 2018 voraussichtlich endenden Trilog-Verhandlungen zur RED II, dass hier auch kalkulatorisch Ansätze bestehen, dem heimischen Rohstoff als Element einer nachhaltigen Futterproteinstrategie einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

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