VERBIO schließt schwieriges Geschäftsjahr mit gutem Ergebnis ab

Leipzig, 26. September 2018. Am heutigen Vormittag veröffentlichte die VERBIO Vereinigte BioEnergie AG den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2017/2018. Der Vorstandsvorsitzende Claus Sauter betont, dass das abgelaufene Geschäftsjahr maßgeblich von Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen mit weitreichenden Auswirkungen auf die Absatzmärkte, insbesondere in den Segmenten Biodiesel und Biomethan, geprägt war. Die Aufhebung der Importzölle auf Biodieselimporte aus Argentinien und Indonesien sowie das Inkrafttreten der 38. BImSchV (Bundesimissionsschutzverordnung) zu Beginn des laufenden Kalenderjahres haben die Bedingungen für Absatz und Margengenerierung erschwert.

Bei einer Gesamtproduktion auf Vorjahresniveau in Höhe von 722.511 Tonnen Biodiesel und Bioethanol und einer Anlagenauslastung von 99 Prozent wurde mit einem EBITDA in Höhe von 44,8 Millionen Euro und einem Net-Cash in Höhe von 90,1 Millionen Euro die letzte Ergebnisprognose vom 30. April 2018 (40 Millionen Euro EBITDA und 85 Millionen Euro Net Cash) dennoch erreicht. Damit hat das Unternehmen einmal mehr die wirtschaftliche Stabilität, Wettbewerbsfähigkeit und Technologieführerschaft unter Beweis gestellt.

Die am 01.01.2018 in Kraft gesetzte 38. BImSchV ermöglicht die Anrechenbarkeit der geringeren THG-Einsparung von fossilem Erdgas gegenüber dem Referenzwert für Benzin und Diesel auf die Erfüllung der THG-Quote. Das bedeutet, dass Betreiber von CNG-Tankstellen nun auch durch die Inverkehrbringung von nichterneuerbarem Methan Zusatzerlöse aus der Vermarktung der THG-Quote generieren können. In Folge dessen hat sich der Preisabstand zwischen Biomethan und fossilem Erdgas nochmals vergrößert und der Anteil an Biomethan am CNG-Kraftstoff geht weiter zurück. VERBIO muss eine zunehmende Menge in andere Anwendungen, wie Verstromung oder stoffliche Verwertung in der chemischen Industrie, vermarkten.

Trotzdem setzt VERBIO auch zukünftig auf Biomethan: „Wir sind der Überzeugung, dass Biomethan aus Reststoffen der effizienteste und nachhaltigste Biokraftstoff der Zukunft und die wirtschaftliche Alternative zur E-Mobilität ist. Durch eine einseitige Fokussierung auf E-Mobilität können die sehr ambitionierten Klimaschutzziele in Deutschland nicht erreicht werden“, so Claus Sauter.

Investition sichert Innovation und Wachstumschancen
Im Geschäftsjahr 2017/2018 hat die VERBIO AG mit 26,4 Millionen Euro noch einmal deutlich mehr in Wachstumsprojekte investiert als im Vorjahr (2016/2017: EUR 18,9 Mio.). Neben dem Ausbau der Sterolanlage konzentrieren wir uns auf den Ausbau und die Optimierung der bestehenden Biomethananlagen – mit Fokus auf die Stroh-Biomethan-Technologie als Schlüsseltechnologie zur Erschließung neuer Märkte in Asien und den USA. Zudem steht die neue Stroh-Biomethan-Anlage in Pinnow kurz vor ihrer Inbetriebnahme.

Entwicklung der Segmente Biodiesel und Bioethanol
Im Segment Biodiesel wurden im Geschäftsjahr 2017/2018 Umsatzerlöse von 456,8 Millionen Euro (2016/2017: EUR 471,6 Mio.) erzielt. Mit 476.211 Tonnen Biodiesel (2017/2018: 473.382 Tonnen) wurde die Rekordproduktion des Vorjahres erneut übertroffen. Die Anlagenauslastung betrug 101 Prozent. Das Segment Biodiesel trägt mit einem EBITDA von 24,4 Millionen Euro (2016/2017: EUR 39,3 Mio.) beziehungsweise einem EBIT von EUR 19,6 Millionen Euro (2016/2017: EUR 34,6 Mio.) zum Unternehmensergebnis bei.

Im Segment Bioethanol wurden im Berichtszeitraum 2017/2018 Umsatzerlöse in Höhe von 219,1 Millionen Euro (2016/2017: EUR 245,2 Mio.) erzielt. Mit 246.300 Tonnen Bioethanol (2016/2017: 248.755 Tonnen) konnte an den Produktionsrekord der Vorjahresperiode nicht angeknüpft werden. Das Segment Bioethanol trägt mit einem EBITDA von EUR 19,9 Millionen Euro (2016/2017: EUR 52,4 Mio.) beziehungsweise einem EBIT von EUR 2,8 Millionen Euro (2016/2017: EUR 36,0 Mio.) zum Konzernergebnis bei. Die Produktion von Biomethan wurde um 8,8 Prozent auf 608 GWh (2016/2017: 559 GWh) gesteigert.

Vermögens- und Finanzlage
Den verbliebenen Bank- und Darlehensfinanzierungen in Höhe von 0,4 Millionen Euro stehen flüssige Mittel in Höhe von 90,5 Millionen Euro gegenüber.

Das Eigenkapital beträgt 300,2 Millionen Euro (30.06.2017: EUR 296,4 Mio.). Die Eigenkapitalquote liegt nunmehr bei 82,0 Prozent (30.06.2017: 79,4 Prozent) und ist damit im Vergleich zum Vorjahr nochmals gestiegen. „Diese gesunde Ertragslage ist einerseits unsere Lebensversicherung in einem von politischen Unsicherheiten geprägten europäischen Biokraftstoffmarkt und andererseits eine solide Basis für die Umsetzung weiterer Wachstumsprojekte außerhalb des Biokraftstoffmarktes bzw. außerhalb von Europa“, unterstreicht Claus Sauter, Vorstandsvorsitzender der VERBIO AG.

Dividende
Unverändert zum letzten Jahr wird der Vorstand der am 1. Februar 2019 stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung vorschlagen, eine Dividende von 0,20 Euro je dividendenberechtigter Aktie (2016/2017: EUR 0,20 je dividendenberechtigter Aktie) auszuschütten. Der Aufsichtsrat hat dem Vorschlag des Vorstandes in seiner Sitzung am 21. September 2018 zugestimmt.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2018/2019
Unter Zugrundelegung des aktuellen Absatz- und Rohstoffpreisniveaus, der angestrebten Produktionsauslastung sowie der Unsicherheiten im Hinblick auf mögliche wettbewerbsverzerrende Biodieselimporte geht der Vorstand davon aus, im Geschäftsjahr 2018/2019 ein EBITDA in der Größenordnung von 45 Millionen Euro zu erzielen. Beim Net-Cash wird zum Ende des Geschäftsjahres insbesondere aufgrund eines Anstiegs der geplanten und mit Eigenmitteln finanzierten Investitionen ein Rückgang auf eine Größenordnung von 73 Millionen Euro erwartet. Sollte der Vorstand weitere strategische Investitionen beschließen, dann würde sich die Net-Cash-Position entsprechend reduzieren.

Weitere Informationen über die Geschäftsentwicklung des Geschäftsjahres 2017/2018 finden Sie im Geschäftsbericht 2017/2018, der abrufbar ist unter: https://www.verbio.de/investor-relations/aktuelles-publikationen/finanzberichte/

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