RWE präsentiert Pläne zur Aufspaltung

Nachdem vor einem Jahr der Energiekonzern Eon Pläne zur Aufspaltung des Konzerns vorgestellt hatte, plant nun auch der Konkurrent RWE die Aufsplittung in eine Mutter- und Tochtergesellschaft. Intern trägt das Projekt den Namen „Lift & Shift“. Während das bisherige Kerngeschäft mit Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken sowie der Energiehandel im Mutterkonzern verbleiben, will RWE im kommenden Jahr das Geschäft mit Erneuerbare Energien, Netzen und Vertrieb in einer neuen Tochter bündeln und diese an die Börse bringen. Die Pläne sehen wie bei Eon also die Aufspaltung in zwei Einheiten vor, jedoch verbleibt, anders als bei Eon, dass fossile Kerngeschäft beim Mutterkonzern. Er soll langfristig Mehrheitsaktionärin der neuen Tochtergesellschaft bleiben und diese voll konsolidieren. Die Haftungsmasse zur Bedienung von Verbindlichkeiten bliebe unverändert. Spiegel Online erkennt in dem Vorschlag den Versuch „des von der Energiewende gebeutelten“ Unternehmens, neue finanzielle Spielräume zu gewinnen. Denn, so Spiegel Online weiter, bei den großen Energieversorgern brächen wegen des durch den Ökostromboom ausgelösten Verfalls der Strompreise im Großhandel die Gewinne weg.

Was die RWE-Plänen für die einzelnen Stakeholder – Bundesregierung, Landesregierung, Gewerkschaften und Kommunen – bedeutet, zeigt ein Bericht auf www.tagesspiegel.de auf. Ein Artikel auf www.stern.de konzentriert sich auf die Auswirkungen für die Kommunen. Fast 100 deutsche Städte, Gemeinden und Zweckverbände sind an RWE beteiligt. Zusammen gehört ihnen knapp ein Viertel des Unternehmens. Die meisten kommunalen Aktionäre sind von dem neuen Plan weniger begeistert. Nach dem Schrumpfen ihres Vermögens fürchten sie nun um ihre Macht. Bislang stehen ihnen 4 der 20 Sitze im Aufsichtsrat zu. Doch die dürften nach Einschätzung des Beitrags weg sein, wenn Konzernchef Peter Terium Ernst machte. Der Beitrag geht nicht auf Städte wie das westfälische Saerbeck ein. Saerbeck hatte vor Jahren schon seine RWE-Aktien verkauft und in Erneuerbare Energien investiert und bleibt daher von der „RWE-Krise“ unberührt.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.